Besuch der ehemaligen Synagoge
in Niederzissen
18. Januar 2026
Am 17. November 2025 besuchten wir, der Grundkurs
Geschichte der MSS 12, begleitet von unserer Geschichtslehrerin
Maria Adams die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in
Niederzissen, die heute eine zentrale Erinnerungs- und
Begegnungsstätte ist.
Vor Ort wurden wir von Brigitte Decker und Richard Keuler von der Gedenkstätte der ehemaligen
Synagoge empfangen, die uns durch den Tag führten und fachkundig betreuten. Zu Beginn erhielten wir
einen eindrucksvollen Einblick in die lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Niederzissen. In
einem professionell gestalteten Museumsraum erfuhren wir mehr über die Entwicklung der Synagoge,
die religiöse Kultur und die Ereignisse, die zur Zerstörung der örtlichen jüdischen Gemeinde und des
Inventars der Synagoge in der Pogromnacht 1938 führten. Nach 1938 wurde das Gebäude der
ehemaligen Synagoge selbst als Schmiede genutzt und erst ab 2012 restauriert. Im Zuge dieser
Restaurierungsarbeiten konnten auf dem Dachboden der Synagoge zahlreiche Dokumente sichergestellt
werden. Einzigartige Funde aus der Genisa (versteckter Aufbewahrungsort für nicht mehr genutzte
heilige Schriften und Objekte), die einen zentralen Teil der Ausstellung bildeten, faszinierten uns
besonders.
Ein wesentlicher Teil unseres Besuchs war die Arbeit mit historischen Quellen: In Kleingruppen
beschäftigten wir uns mit persönlichen Schicksalen einzelner Menschen aus Niederzissen, die aufgrund
ihrer jüdischen Religion oder aus politischen Gründen verfolgt und ermordet wurden. Im Rahmen der
Recherche durften wir offizielle und private Dokumente, wie z. B. persönliche Briefe, Kennkarten,
Gefängnisakten und -urteile sowie Deportationslisten aus verschiedenen Konzentrationslagern
untersuchen. Diese Quellenarbeit ähnelte der Tätigkeit professioneller Historikerinnen und Historiker und
ließ uns die historischen Zusammenhänge besser verstehen.
Insgesamt war der Besuch für uns sehr informativ und auch bewegend. Durch die persönlichen
Gespräche mit den Mitarbeitenden vor Ort sowie die Auseinandersetzung mit individuellen Schicksalen
wird uns die Exkursion in Erinnerung bleiben.