Die Römervilla –
Tor zur römischen Vergangenheit
22. Juni 2026
Die Lateinkurse der 6. Klassen waren Mitte Juni auf Reise in die
Vergangenheit. Ziel war die Römervilla in Ahrweiler, die den
Besuchern einen faszinierenden Einblick in römisches
Alltagsleben bietet. Bei der Führung „Die Römer zum Anfassen“
haben die SchülerInnen 3 verschiedene Stationen durchlaufen:
1. Allgemeines über die Villa
Hier erfuhren wir einiges bereits Bekanntes, aber durchaus auch neue Informationen. Zur typischen
römischen Kleidung hatten die SchülerInnen schon Vorwissen aus dem Unterricht. Es gab verschiedene
Schuhe, z.B. für Soldaten mit Nägeln unter der Sohle, was an Fußball-Stollenschuhe erinnerte. Die
Kelten (die Volksgruppe in unserer Region vor der Romanisierung) haben bei den römischen Gewändern
auch ihre typischen Modevorlieben wie bestimmte Muster einfließen lassen, denn auch als römische
Bürger waren sie trotzdem stolz auf ihre eigene Tradition. Diese Kelten verfügten bereits über
interessantes Geld in Ringform, während die Römer selbst ihr Münzgeld von den Griechen übernommen
haben. Interessant ist auch die Geschichte der Römervilla selbst: Nach Nutzung über mehrere
Jahrhunderte brannte die Villa ab, wurde verlassen und schließlich von einem Erdrutsch verschüttet. Auf
ihrem Gelände entstand anschließend ein Dorf. Insgesamt gibt es sage und schreibe 20 solcher Villen im
Umkreis, aber nur 3 wurden in Teilen ausgegraben. An dieser Station gab es für die SchülerInnen auch
noch eine Verkostung eines typisch römischen Erfrischungsgetränks, dessen Zutaten Honig, Apfelessig
und Wasser schnell erraten wurden.
2. Die Küche
In der Küche wurde die Vielzahl der Gewürze erwähnt, mit der man gekocht hat. Für besonders würzige
Speisen wurde mit Fischsoße - wie heutzutage in Asien - gewürzt. Morgens wurde Brei gefrühstückt,
abends die Hauptmahlzeit eingenommen. Bei den typisch römischen Gastmählern wurde erst eine
Schale mit Nüssen und Mandeln vor dem Hauptgang gereicht. Um Essen haltbarer zu machen - denn
Kühlschränke gab es ja nicht - , wurden die Lebensmittel in Salz eingelegt oder geräuchert. Interessant
zu wissen: Längst nicht jeder Haushalt hatte eine Küche wegen der ständig drohenden Brandgefahr,
daher gab es gerade in den Städten eine Vielzahl an Imbissstuben.
3. Bäder und Toilette
Für die SchülerInnen war diese Station - auch aufgrund des
schauspielerischen Einsatzes des Museumsguides - mehrheitlich
die beste. Sehr gut zu erkennen sind in der Römervilla die Bäder
mit ihren verschiedenen Räumen, die aus dem Unterricht allen
bereits bekannt waren. Auch von der von den Römern
erfundenen Fußbodenheizung namens Hypokaustum sind viele
Reste gut erhalten. Die in den Thermen übliche Körperpflege sah
vor, sich erst mit Olivenöl einzureiben und danach den Schmutz
von einem Sklaven oder Angestellten mit einem Strigilis
genannten Körperschaber (von diesem Wort kommt das heutige
deutsche Wort Pferdestriegel) abschaben zu lassen. Eindrucksvoll war auch ein Multifunktionsanhänger
aus Metall mit einer Pinzette zur Enthaarung, einem Ohrlöffel und einer Nadel für unreine Haut. Aber am
beeindruckendsten war die Demonstration der antiken gemeinschaftlichen Toilette: Man saß während
des „Geschäfts“ nebeneinander und schloss auch durchaus echte Handelsgeschäfte ab. Ein Stab mit
einem Schwamm aus dem Mittelmeer mit desinfizierendem Essigwasser diente als Ersatz für heutiges
Toilettenpapier und wurde vom nächsten Besucher weiterbenutzt, was zu einem Raunen bis hin zu
einem Aufschrei in der Gruppe führte.
Alles in allem waren sich die beiden Lateinkurse einig: Der Besuch in der Römervilla hat sich sehr
gelohnt.